Vor Youtube sind nicht alle gleich

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Der neuste Youtube-Hitvideo kommt aus Afghanistan. Nein, es ist kein Bekennervideo von irgendeiner Talibangruppe, sondern ein Meisterstück der U.S. Army.

Eine Woche lang tanzten Soldaten der 82. Luftlandedivision in merkwürdigen Kostümen in einem ihrer Schuppen vor der Videokamera zu Lady Gagas „Telephone“.

„Im Hintergrund des Schuppens, in dem die Aufnahme erfolgte, sieht man eine Dartscheibe und Waffen“, schreibt das Webwork Magazin.

Mehr als drei Millionen Mal wurde dieses Meisterwerk schon angeklickt. Allen scheint es allerdings nicht gefallen zu haben, die Kommentarfunktion hat Youtube deaktiviert.

Der Poster der Videos, „malibumelcher“, kündigt indessen an, dass man noch viele weitere Tanzszenen abgedreht habe. „So etwas ist allerdings, weil die Jungs dauernd auf Mission draußen sind, schwerer zu filmen als man denkt“, schreibt er.

In Sachen Urheberrecht drücken Google und Youtube hier anscheinend im Sinne der Vaterlands beide Augen ganz fest zu. Wesentlich unsensibler geht Youtube übrigens bei ganz normalen Usern vor. Seit kurzem fragt Youtube automatisch die Einsteller populärer Videos, ob sie am Umsatz – wie auch immer der ausfallen wird – beteiligt werden wollen. Wer sich für dieses Verfahren anmeldet, wird in zunehmend rüderen Mails dazu aufgefordert, nachzuweisen, dass er weder urheberrechtlich geschütze Bilder, noch Musik noch sonst etwas nutzt.

„ Im Einzelnen will Youtube Belege dafür haben, dass die Rechte an den Tonaufnahmen, Musik, Songtexten, Auftritten, Bildern von Software oder Spielen sowie im Film gezeigten Videos, Fotos oder anderer Bilder bei ihm liegen. Kann er das nicht belegen, verweigert Youtube nicht nur die Umsatzbeteiligung, sondern droht auch noch damit, das Video komplett zu löschen. Schaut man in die Kommentare und sucht man im Web nach weiteren Fällen, scheint dieses Vorgehen kein Einzelfall zu sein“, schreibt das Blog YuccaTree Post.

Felix Schwenzel, der das Bildblog besuchte und daraus einen kleinen Film für Youtbe machte, dokumentiert so einen Vorgang und einige dieser Mails. Vielleicht sollten sich die Beteiligten Soldatenuniformen anziehen, das Ganze neu drehen und noch mal einschicken. Dann flutscht’s mit den Genehmigungen, wetten?

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1 Kommentar zu „Vor Youtube sind nicht alle gleich“

  1. Kolya sagt:

    “Vor Youtube sind nicht alle gleich”
    Gut erkannt. Youtube ist ein Video Dienst und kein (deutsches) Gericht. Es steht Youtube völlig frei, einzelne Videos zu löschen und andere zu belassen. Genau wie ein Kneipier einen Gast rauswerfen und den anderen weiter frei saufen lassen darf.
    Das mag man ungerecht finden, aber die Reaktion wäre normalerweise, diese Kneipe nicht mehr zu besuchen. Leider hängen alle Freunde und Kollegen weiter da rum und deshalb ist das Gezeter groß, aber nicht ernst zu nehmen.
    Bei Youtube Videos hochzuladen ist ein Privileg und kein Recht. Und Privilegien können entzogen werden, von dem der sie gewährt.