Google und Arcade Fire: Ist das die Zukunft des Musikvideos?

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Für ein neues, interaktives Video kooperieren Arcade Fire mit Google. “The Wilderness Downtown” generiert auf Basis der Eingabe eines Ortes, einen personalisierten Musikclip. Regisseur Chris Milkhat dafür Street View-Aufnahmen, Maps-Landkarten, Animationen und Filmaufnahmen kombiniert.

Google will mit dem Experiment für die Leistungsstärke des neuen Webstandards HTML5 werben. Obwohl Google massiv dafür wirbt, zur Ansicht Chrome herunterzuladen und auszuprobieren, funktioniert das Ansehen auch mit einem aktuellen Firefox-Browser und – mit einigen Hackern und Wacklern – Safari.

Thomas Knüwer nannte das Ergebnis “wunderwunderwunderschön.” Mich hat dieser Clip allerdings nicht besonders beeindruckt. Die Idee, für jeden Anwender mit Hilfe von Mash-Ups innerhalb eines vom Regisseur definierten Rahmens ein eigenes Video anzubieten, ist charmant. Die Umsetzung überzeugt mich aber nicht. Stadtansichten, Vogelfluganimationen und gefilmte Szenen sollen einen zu einer Reise in die eigenen Erinnerungen einladen und einen Gang durch die Straßen der Jugend simulieren.

Aber die Animationen und Filmaufnahmen poppen, begleitet von dem Song, wie eine Flut von Fehlermeldungen auf dem Bildschirm auf. Mal ist ein Fenster geöffnet, dann drei oder vier, die einander überlagern. Durchkomponiert wird das nicht, sondern eben von Software aufgrund von voreingestellten Parametern zusammen geschoben.

Genau das steckt ja auch hinter diesem Ansatz, ein neues Format für die Darstellung von Musik und Optik im Browser zu entwickeln. Eine 3D-Engine steuert einen Vogelschwarm, der auf Mausbewegungen und auf die Musik reagiert, bestimmte Videosequenzen werden durch die Musik aktiviert, ein interaktives Malwerkzeug erlaubt es, Botschaften in dem Gesamtkunstwerk zu hinterlassen. Ansichten aus Google Earth und Street View werden direkt für das Video aus den jeweiligen Anwendungen gezogen. Wer also als Startort für das Video Paris eingibt, bekommt ein anderen Clip zu sehen als jemand, der Hamburg-Altona eingeben hat. Wer deutsche Standorte eingibt, muss übrigens auf die Street View-Ansichten verzichten.

Zu Arcade Fire passt es jedenfalls, sowas mal auszuprobieren. Das Loadblog weißt darauf hin, dass Arcade Fire schon zum Song „Neon Bible“ ein interaktives Video komponiert hatten, bei dem der User die Hände und Kopf von Sänger Win Butler über die Flash-Oberfläche dirigiert.

Auf der Webseite Chrome Experiments sind noch weitere Projekte rund um den Browser zu sehen, einige davon ganz sehenswert.

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