Anti-Google-Kampagne: Eric Schmidt als böser Eismann

Mit subtiler Kritik hat die US-Verbraucher-Organisation Consumer Watchdog nicht viel am Hut. Inside Google heißt eine Informationsseite, die regelmäßig Googles Treiben kritisch begleitet – und mitunter auch recht drastisch deutlich macht, was man von Googles Datenschutzgebahren hält. Der neuste Streich ist ein sehenswertes animiertes Video, in dem Google-Chef Eric Schmidt Kindern kostenloses Eis anbietet, damit er sie heimlich durchleuchten kann…

Mit dem Video will die Organisation auf ihre Kampagne Do Not Track Me aufmerksam machen. Eine Online-Unterschriftensammlung soll den US-Congress dazu bewegen, ein Register einzuführen, in dem man sich – ähnlich wie bei der Robinson-Liste – eintragen kann, wenn man nicht will, dass einem bei der Nutzung von Online-Dienste fortlaufend Online-Vermarketer über die Schulter schauen. Welche Ausmaße etwa das Tracken durch 3rd Party-Cookies zum Beispiel in den USA angenommen hat, ist unter anderem hier nachzulesen.

Das Eismann-Video bezieht sich unter anderem auf Schmidts Aussage, dass Kinder das Recht haben sollten, bei der Volljährigkeit ihren Namen zu wechseln, weil sich bis dahin zu viel Komprimittierendes über sie im Netz angesammelt hätte. Schmidt wird häufig für seine laxen Bemerkungen zum Thema Datenschutz kritisieren, den er im Grunde genommen für veraltet und nicht mehr zeitgemäß hält.

Consumer Watchdog erhielt 2008 von einer US-Stiftung 100.000 Dollar, um das Treiben von Google zu beobachten. Eine Kurzversion des Eismann-Videos wird nun 36 Mal am tag auf den Riesenbildschirmen am Times Square in New York ausgestrahöt. Ansonsten wird das Video auf Youtube – wo sonst? – gehostet…

Die große Frage ist allerdings, ob solche Videos ein sinnvoller Beitrag dazu sind, die Sensibilität der Netznutzer in Sachen Datenschutz zu steigern. Ein wenig erinnern mich die Optik und die holzschnittartige Darstellung von Eric Schmidt als evil genius an das schönfärberische Video, mit dem Google das Thema Datenschutz und Street View erklärt.

Was ist Ihre Meinung? Ist es angemessen, Google auf die Art und Weise zu kritisieren und für eine Kampagne zu werben, wie es bei dem Eismann-Video geschieht? Oder ist das total daneben und kontraproduktiv? Wie kann denn zivilgesellschaftliche Kritik an Google aussehen? Und wie sensibilisiert man die Netznutzer? Ein paar Einschätzungen zu diesen Fragen fände ich super. Vieleicht inspiriert ja wen der Genuss des Videos.. :-)

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