Regeln für den Einsatz von Analytics in Deutschland stehen fest

Google und die Datenschutzbehörden haben sich auf Spielregeln geeinigt, unter denen der Einsatz von Googles beliebter Webseitenanalyse-Lösung Analytics im Einklag mit deutschen Datenschutzregelungen möglich ist.

Die Reichweitenmessung mit dem kostenlosen Werkzeug ist damit regelkonform wenn

• den Nutzern die Möglichkeit zum Widerspruch gegen die Erfassung von Nutzungsdaten eingeräumt wird. Google stellt ein so genanntes Deaktivierungs-Add-On zur Verfügung. Dieses Add-On war bisher für Internet Explorer, Firefox und Google Chrome verfügbar. Google hat nun Safari und Opera hinzugefügt, so dass alle gängigen Browser berücksichtigt sind.

• auf Anforderung des Webseitenbetreibers das letzte Oktett der IP-Adresse vor jeglicher Speicherung gelöscht wird, so dass darüber keine Identifizierung des Nutzers mehr möglich ist. Die Löschung erfolgt innerhalb Europas;

• mit den Webseitenbetreibern ein Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung nach den Vorschriften des Bundesdatenschutzgesetzes abgeschlossen werden soll.

In der Praxis heißt das, dass deutsche Webseitenbetreiber, die Google Analytics einsetzen, nach Angaben von Per Meyerdierks, dem Google-Datenschutzbeauftragten in Deutschland mit folgenden Schritten sicherstellen können, dass die Anforderungen der deutschen Datenschutzbehörden erfüllt werden:

• Bitte erwähnen Sie in Ihrer Datenschutzerklärung, dass Google Analytics auf Ihrer Website eingesetzt wird.

• Implementieren Sie die IP-Masken Funktion, die Google Analytics anweist, nicht die vollständige IP-Adresse Ihrer Nutzer zu speichern oder zu verarbeiten.

• Weisen Sie in Ihren Datenschutzbestimmungen auf die Möglichkeit der Deaktivierung der Google Analytics-Funktion mittels eines Browser Add-on hin.

• Wir haben aktualisierte Nutzungsbedingungen eingeführt, die mit den Datenschutzbehörden abgestimmte Regelungen zur Auftragsdatenverarbeitung beinhalten.

Seit Ende 2009 haben der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit im Auftrag des Düsseldorfer Kreises und Google Gespräche über die erforderlichen Änderungen zum gesetzeskonformen Einsatz von Google Analytics geführt. Mit Erfolg, wie es scheint: “Das kleine Deutschland mit den in vielen Augen „komischen“ Datenschutzgesetzen zwingt den Riesen Google. Da kann man dann ja guter Hoffnung sein, dass auch Facebook weitere Schritte unternimmt”, schreibt Nina Dierks auf Social Media Recht.

„Ausdrücklich begrüße ich auch die Ankündigung von Google, dass die technischen Änderungen europaweit umgesetzt werden sollen”, erklärt dazu Johannes Caspar, der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit. “Ich möchte jedoch auch daran erinnern, dass die Arbeit nicht abgeschlossen ist. Insbesondere ist zu berücksichtigen, dass nicht Google, sondern die Webseitenbetreiber, die das Produkt einsetzen, für den datenschutzgerechten Einsatz verantwortlich sind.“

Darüber hinaus wird ihm zufolge künftig erforderlich sein, die technischen Anforderungen des Opt-Out auch auf Smartphones zu übertragen. Auch die ausstehende Umsetzung der E-Privacy-Richtline, aber auch die Einführung von IPv6 sorgen hier für Aktualisierungsbedarf bei den Regeln. Für Webseitenbetreiber stellt der Hamburgische Datenschutzbeauftragte besondere Hinweise auf seiner Homepage www.datenschutz-hamburg.de zur Verfügung.

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1 Kommentar zu „Regeln für den Einsatz von Analytics in Deutschland stehen fest“

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