Ist Texten die Zukunft der Mobilen Suche?

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Google steckt viel Mühe in die Weiterentwicklung der Art und Weise, wie in der mobilen Welt Suchergebnisse angezeigt werden. Doch all diese Mühe könnte vergebens sein. Gut möglich, dass die mobile der Zukunft ganz anders – und viel simpler – aussieht, als Google sich das vorstellt.

Eine Liste mit zehn Links? Ist das wirklich, was wir unter einen Antwort auf eine Frage verstehen? Der Knowledge Graph – einen Wissensdatenbank, die die Anzeige von Suchergebnissen aus unterschiedlichen Quellen direkt auf der Google-Ergebnisseite ermöglicht – ist nur ein Ansatz, wie Google der Entwicklung Rechnung trägt.

Die Karten, die Google Now als proaktiver Assistenz auf dem Smartphone-Bildschirm einblendet, sind ein weiterer.

Kritiker sehen diese Entwicklung skeptisch, weil Google sich bei diesen Angeboten zwar bei anderen Quellen mit Inhalten versorgt, aber nicht mehr – wie in der Welt der Ergebnisseiten im Web, die zehn Links auflisten – den Nutzer animiert, die Originalquelle aufzusuchen.

Es ist aber möglich, dass das Problem, dass Google in der Mobilwelt noch stärker als bisher monopolistisch andere Anbieter an die Wand drängt und Inhalte ohne die Gegenleistung traffic integriert, bald nicht mehr relevant ist. Denn die Zukunft der Suche in einer von der Nutzung mobiler Geräte geprägten Welt könnte anders aussehen als Google Now es andeutet.

“I’ve seen the new face of Search, and it ain’t Google”, schreibt Venture Capitalist Alexis Kold von Techstars. Statt dessen soll die gute alte (und bis zum Aufstieg von WhatsApp schon totgesagte) Textnachricht das Suche- und Antwortmedium der Zukunft sein.
Zwar billigt er auch Diensten wie Sensay (einem Sprachbasierten Portal, das ähnlich wie Google Now Informationen aus unterschiedlichen Quellen nach Sprachanfragen zusammenstellt) Potential zu.

Vor allem aber Cloe und Magic sollen das Potential haben, die Antwortmaschine von morgen zu sein. Cloe ist ein Informationsdienst, der zwar wie Apples Siri als Software alle Fragen beantwortet, die man ihm schickt. Cloe funktioniert aber nicht mit Sprache, sondern mit SMS. Der Vorteil: Niemand muss Software herunterladen oder lernen, wie man sie bedient. Es reicht, Cloes Nummer im TElefonbuch zu haben.

Magic ist der aberwitzig scheinende Dienst, bei dem jeder jeden Wunsch und jedes Problem als Textnachricht an eine Nummer simst. Hier sorgt ein menschliches Team, das blitzschnell im Netz per Hand Antworten recherchiert, dass es für alle erdenklichen Probleme wenigstens ein Angebot gibt, wie und zu welchem Preis es gelöst werden kann.

Ich halte beide Ansätze für spannend, gerade wegen ihres Ansatzes, auf eine scheinbar altmodische Technologie zu setzen. Die ist dafür aber universell verbreitet, jeder kennt sie und kann sie bedienen. Die Frage wird sind, ob beide Dienste – egal, ob als AI-gesteuerter Softwaredialog oder als exterm gut organisiertes, kreatives und performantes Team aus Fleisch und Blut – von ihrem operativen Setting in der Lage sind, dauerhaft unterschiedlichste Anfragen zu beantworten. Auf diesem Feld der Operational Excellence ist Google jedenfalls in jedem Fall der Platzhirsch.

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1 Kommentar zu „Ist Texten die Zukunft der Mobilen Suche?“

  1. twitter.com sagt:

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